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Dr. Ring Ding & the Senior Allstars: Funky Offbeat-Grooves

Soll noch einer sagen, dass Bleichgesichter keinen Ska spielen können – »Dr. Ring Ding Ding & the Senior Allstars«, auch schon als Begleitband des Ska-Altmeisters Laurel Aitken hier und anderswo zu hören, heizten jetzt im Tübinger »Depot« einem offensichtlich fachkundigen Publikum kräftig ein.

Die Gruppe zeigte in ihrem professionell-gekonnten Set profundes Wissen um die Two-Tone-, Ska- und Reggae-Historie und besitzt neben grosser Routine offensichtlich auch enorme Spielfreude: Anders ist eine solch ausgelassene Partystimmung aus Musikersicht wohl auch kaum zu machen.

Von ganz alten Rocksteady-Nummern bis zu – authentisch, aber auch mit einem Augenzwinkern präsentierten — Ragga-Titeln reichte die Palette der Band.

Besonders motiviert schien dem Tonspion diesmal die bedingungslos exakte und funky groovende Bläser-Section von »Dr. Ring Ding & the Senior Allstars« zu sein – die lieferte zusätzliches Gewürz zu dieser sowieso schon alles andere als faden Offbeat-Suppe. (mpg)

Adjusters: Kunterbunter Ska

In der B27-Halle waren sie vor kurzem Bestandteil eines ganzen Ska-Pakets , jetzt gastierten die jungen Mid-Twens der Chicagoer »Adjusters« in der Ofterdinger »Stilfabrik«.

Und die vielleicht 60, zum grössten Teil sehr jungen Zuhörer waren begeistert von dem ebenso professionellen wie kunterbunten Stilmix, den die neun Ska»Regler« wieder stundenlang auf die Bretter legten.

Klassische Two-Tone-Sounds, etwa im frühen Jamaica-Ska-Stil, bekommen die US-Musiker genauso glaubwürdig klingend und stets groovend hin wie beispielsweise Northern Soul.

Die Liebe von Frontmann Daraka Kenric zu Van Morrison ist unüberhörbar, die zu James Brown auch: Fast alles , was nicht gerade im stumpfen »Four an the floor«-Sound daherkommt, verwusteln die »Adjusters« gekonnt in ihre eigenen Stücke. Jede Menge Bewegung unter den Fans und vergleichsweise heftigen Beifall bekam die Band in Ofterdingen. (mpg)

Busters: Ska solide

Nicht hervorragend, aber solide klang das, was die pfälzischen »Busters« am Donnerstagabend im gut zur Hälfte gefüllten Tübinger »Zentrum Zoo« ablieferten.

Das Dutzend Musiker aus Wiesloch macht seit fast zehn Jahren nichts als Ska — und interpretierte auch jetzt im Club im Schleifmühleweg den Reggae-Vorläufer wieder sehr kompetent, das heißt: Knackig, präzise und treibend.

An dem auch im Vergleich zu ganz bekannten Ska-Nummern durchaus positiven Gesamteindruck des »Busters«-Konzerts hatte die Bläser-Section besonders viel Schuld: Robert Göhring (Posaune), Trompeter Hardy Appich und die beiden Saxophonisten Peter Quintern und Hans-Jörg Fischer agierten überaus geschlossen und rhythmisch »auf den Punkt«.

Also: Gegen ein drittes Gastspiel der »Busters« in Tübingen hat bestimmt keiner der Konzertbesucher was einzuwenden. (mpg)

Bad Manners: Schnörkelloser Ska

Die Tübinger »Music Factory« lud am Mittwochabend zum Konzert der britischen »Bad Manners« ins Derendinger »Sudhaus« ein. Und traf (wieder einmal) ziemlich genau den Trend im Geschmack der Tübinger Clubgänger: Mehr als 250 Besucher, zumeist im frühen Twenalter, kamen zur Wiederbelebungs-Tour der Ska-Raubauken von der Insel.

Fatty Bloodvessel, der super-gewichtige Frontmann, weist gerne auf das 20jährige Bestehen seiner Truppe hin. Aber die »Jubiläumstour« scheint dem langjährigen Beobachter der Two-Tone-Szene doch eher wie der Versuch, schnell noch auf einen derzeit gut fahrenden Mode-Zug aufzuspringen.

Ska ist nämlich im Moment »in« wie schon lange nicht mehr beim jungen Tanzvolk. Und die »Bad Mariners«, die schon bei der ersten Ska-Welle im Windschatten von »Madness« oder den »Speci1s« schwammen, waren nie große Stars.

Aber eine Band, die ihr tanzwütiges Publikum schnell und langanhaltend auf die Beine brachte — mit schnörkellosen, nur wenig variierten Off-Beat-Titeln, die nur beim Mittanzen faszinieren. Im eineinhalbstündigen Konzert im »Sudhaus« zu viel zu später Stunde brachten Fatty und seine sechs Mitmusiker nichts mehr, aber auch nichts weniger als zu Beginn der »Bad Manners«. Und das »Sudhaus«-Publikum tanzte ohne Ende… (mpg)

Skatalites: Runde Sache

Wer im Vorfeld des »Skatalites«-Gigs vermutet hatte, das Tübinger Konzert mit den jamaikanischen Ska-Legenden würde eine Altersheim-Veranstaltung werden, lag ganz falsch: Vorwiegend junge Zuhörer um die 20 tanzten sich am Mittwoch zum klassischen Sound der weitgehend original besetzten Altherrenriege im Tübinger »Depot« schweissnass.

Die Tübinger Vorgruppe, die »Court  Jester’s Crew«, heizte in bekannter und wohl auch bewährter Weise vor. Und dann lieferten die Saxer Thomas McCook und Roland Alphonso, Drummer Lloyd Knibb und Bass-Kollege Lloyd Brevett im Verbund mit vier weiteren Instrumentalisten nonstop ein »Best of Skatalites«-Programm, das die meisten der gut 400 Besucher des »Depot« schnell zum Tanzen animierte.

Besonders gut kam auch Sängerin Doreen Shaffer an, die mit ihrer souligen Stimme gut zum herrlich »altmodischen«, bläserbetonten und jazznahen Sound der Band paßte.

Also: Das war ein in jeglicher Hinsicht gelungenes Konzert. Musikalisch war’s eine runde Sache — und auch mit der Publikumsresonanz bei diesem einzigen Deutschland-Konzert der »Skatalites« zeigten sich die »Depot«-Macher zufrieden. (mpg)