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Im Kino: Woody Allens „Sweet & Lowdown“

Jazzgeschichte in eine tragikomische Psychostudie verpackt, Musik und Atmosphäre hervorragend, Plot etwas hakelig – so kann das Kurzurteil nach eineinhalb Kinostunden mit dem neuen Woody Allen ausfallen. Mit »Sweet & Lowdown« hat sich der Film-Maniac eine Hommage an seine andere grosse Liebe erlaubt: Die völlig frei, aber mit Parallelen zur Wirklichkeit erdichtete »Jazzbiografie« des fik tiven Gitarristen Emmet Ray strotzt nur so vor Geschichten, Geschichtchen, Mythen und Legenden, die jeder Jazzfan in ähnlicher Form schon mal irgendwo gehört hat.

Die Geschichte um den »zweitbesten Swinggitarristen« der Welt lebt von der Liebe zum Detail, von der hervorragend eingefangenen musikalischen Atmosphäre – und von wirklich guten Darstellern.

Sean Penn läuft in der Darstellung eines kunstbesessenen Egomanen, der doch immer der Nummer eins namens Django Reinhardt (den gab’s ja wirklich) hinterherrennt, zu Hochform auf – und Woody Allen lässt ihn in gewohnt virtuoser Manier einen Mensch mit vielen Facetten spielen, einen Künstler, der an der Kluft zwischen seinem Traum vom Weltstar und der Realität zerbricht.

Die meisten achten Emmet Rays Musik nicht – und nur seine grosse Liebe, die stumme Hattie (gut: Samantha Morton), hört ihm zu, wenn er in wuchtigen Monologszenen von Karriere-Höhenflügen träumt: Eine symbolträchtige Konstellation.

So gut die Darsteller sind, so gut ist die Musik: Der langjährige Allen-Filmkomponist und -Freund Dick Hyman hat einen Soundtrack eingespielt, der den musikalischen Geist jener Ara ganz hervorragend einfängt – frisch, lebenslustig und ansprechend klingt’s.

Allen hat halt auch hier als Fachmann Regie führen können: Schliesslich trat der Filmemacher jahrelang im Wochenrhythmus in seiner Heimatstadt New York in einer Swing- und Oldtime-Combo als Klarinettist auf und erspielte sich einen veritablen Ruf als »Hot«-Jazzer.

Und weil Allen im glaubhaften Erfinden angeblicher Historie Erfahrung hat (in »Broadway Danny Rose« und »Zelig« hat er ja auf ähnliche Weise »geschummelt«), gelingt die getürkte Biografie auch diesmal greifbar und echt: Einige Kritiker grosser Presseagenturen wollten gar nicht glauben, dass Allen da nur viele »jazztypische« Splitter und Anekdoten zu einer neuen Geschichte verwoben hat – und machten Emmet Ray kurzerhand zur Person der amerikanischen Zeitgeschichte.

Diese »Dokumentation« hat allerdings auch ihre Schwächen, die zu Lasten der Unterhaltung gehen: Wenn angebliche »Zeitzeugen«, erfundene Musikhistoriker und der Filmemacher höchstpersönlich immer wieder vor die Kamera treten, um Emmet Ray zu kommentieren und zu analysieren, erhöht das zwar die Glaubwürdigkeit, stört aber auch den Erzählfluss. Wäre »Sweet & Lowdown« dadurch nicht stellenweise ziemlich langatmig, hätte man den Film glatt zu den Meisterwerken von Woody Allen rechnen können. (-mpg)

Im Kino: „South Park – Der Film“

Nur was für Fans: »South Park – Der Film« ist der bisherige Höhepunkt der Geschichten um aufsässige Zeichentrick-Kids. Die Fernsehserie ist in den USA sehr erfolgreich und hat auch in Deutschland eine zunehmende Fanschar: Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass das Kino-Machwerk auch hier Zuschauer findet – zumal der Film im Vergleich zur Serie noch einen draufsetzt, wenn’s um Sinnentleertheit, jede Menge unflätige Sprüche und Chaos im Plot geht. Und das anarchistische Potenzial der »South Park«-Kids schlägt das von »Beavis & Butthead« um Längen . . .

Der Film im Film ist an allem schuld: »Terrance & Phillip« heissen die Idole der Drittklässler aus South Park, Colorado, und der Streifen »Feurige Ärsche« des Duos ist wegen seines tief unter der Gürtellinie angesetzten Vokabulars der absolute Hit bei den Kindern.

Die Eltern gründen unter der Leitung von Kyles Mutter eine Anti-Liga wider den Schmutz (soll das etwa ein Seitenhieb auf die »moral majority«-Saubermänner in den USA sein?), und irgendwann werden die Kanadier (noch so ein Ami-Scherz) »Terrance & Phillip« während einer Talkshow verhaftet.

Kanada erklärt deshalb den Vereinigten Staaten den Krieg, das Ganze eskaliert: Alle in den USA lebenden Kanadier werden interniert, Toronto liegt in Schutt und Asche. Die »South Park«-Kids organisieren den Widerstand per Internet und finden einen Agenten, der »Terrance & Phillip« vor ihrer Hinrichtung noch retten soll. Das Vorhaben misslingt, Kyles Mutter erschiesst das Chaoten-Duo eigenhändig.

Was das alles soll? Keine Ahnung. Besonders unklar bleibt auch die Rolle des doppelt getöteten (?) Saddam Hussein, der in der Hölle ein Techtelmechtel mit dem Teufel pflegt. Vielleicht wollte das Regie- und Produzenten-Duo (Trey Parker, Matt Stone) auch nur in allerletzter Konsequenz zeigen, wie ein wirklich schlechtes Drehbuch aussieht.

So würde dann auch das »Happy End« in »South Park – Der Film« halbwegs erklärlich: Kennys Geist – der Körper ist schon vorher in der Hölle gelandet, weil er durch explosive Flatulenzen verbrannte – wünscht sich alles ungeschehen: Deswegen (ist doch logisch!) stehen die Toten wieder auf, und selbstverständlich wollen die jetzt »geläuterten« Eltern ihre »South Park«-Rasselbande zukünftig jeden Mist im Kino gucken lassen.

Wer bis hierher gelesen hat, ahnt, welche Erkenntnis dem Rezensenten nicht erst in der letzten von 80 nervtötenden Kinominuten kam: »South Park – Der Film« ist ganz bestimmt nur was für Fans. (-mpg)

Im Kino: Roadmovie „Der 32. August“

Simone hat’s bei einem schweren Autounfall gründlich das Oberstübchen durcheinander gewirbelt. Eigentlich war das selbstbewusste Model ja auf dem Weg zu einem Termin in Italien – aber nach dem Unfall ist alles anders.

Sie kündigt ihren Job – »endgültig diesmal, nein, wirklich« -und schreitet zum »Big Deal«, wie sie es nennt, mit ihrem Kumpel Philippe. Der soll ihr ein Kind machen, jetzt und hier und sofort – eines nur für sie allein. Philippe ist wie vor den Kopf geschlagen, und damit er Ruhe hat, stellt er die Bedingung, dass der Zeugungsakt in einer Wüste stattzufinden habe.

Simone, die von der überaus präsenten Pascale Bussiere mit viel Tempo und trockenem Witz verkörpert wird, hat in Nullkommanichts Salt Lake City als kommenden Tatort lokalisiert und via Internet die Tickets gebucht.

»Der 32. August« von Denis Villeneuve ist eine Mischform aus einer – ziemlich zeitgemäss gedachten – Love-Story und einem Roadmovie. Es gibt wunderschöne, sorgsam komponierte Landschaftsaufnahmen entlang einsamer Strassen zu sehen. Dennis Villeneuve und sein Kameramann Andre Turpin spielen gekonnt mit dunklem »Low Key« und mehr noch mit Weiss – so manche Einstellung ist ein Genuss beim Zugucken.

Und der zweite Film des Frankokanadiers ist keiner, bei dem der Zuschauer zugelabert wird. Die Story selbst ist nicht so berauschend, kommt nur zäh in Fahrt. Villeneuve fordert mit seinem fast schon antiquiert langsamen Erzähltempo volle Konzentration. Die deutschen Untertitel zum französischen Ton geben die Dialoge nur fragmentiert wieder. (-mpg)

Neu im Kino: »Tank Girl« : Ziemlich langweilig

Der Comic ist Kult geworden. »Tank Girl« als Film, sieben Jahre nach der gezeichneten Vorlage von Jamie Hewlett und Man Martin jetzt in den deutschen Kinos, wird ebenfalls in die Annalen seines Genres eingehen — und vielleicht, mit ein paar Jährchen kritischem Abstand, dem »Angriff der grünen Killertomaten« den Platz als definitiv schlechtesten Film aller Zeiten geraubt haben.

Konzeptionsloser, langweiliger und schwachsinniger geht’s wirklich nimmer. Nur die Maskenbildner und die Pyrotechniker haben in dem 100-Minuten-Streifen von Rachel Talalay — unter anderem für die Produktion von »Hairspray« verantwortlich — ihren großen Auftritt. Lori Petty wirkt in der Rolle des »Tank Girl«, das in der fernen, verdorrten Wüsten-Zukunft die mächtigen Bösen von »Water & Power« bekämpft, wie eine Pippi Langstrumpf für »Pro 7«-gewohnte Pubertierende.

Ungewohnt blaß auch »Clockword Orange«-Bösewicht Malcolm McDowell als Gegenspieler Kesslee: Übers Fratzenschneiden kommt er nicht hinaus, kein Vergleich mit seiner Leistung in »Caligula«. Rapper Ice-T bleibt als »Riders«-Anführer hinter einer knuddeligen Maske verborgen.

Das ist gut für ihn, weil er dann später nicht gleich in Verbindung mit »Tank Girl«, dem Film, gebracht werden wird.

Im Lauf des Films, der in der deutschen Synchronisation mit einer betont schnoddrigen, wohl verzweifelt auf »jugendlich« getrimmten Sprache daherkommt, wird mit Panzern und anderem Gerät geschossen und gebombt, daß es für »Special Effects«- Fans eine wahre Freude ist.

Keinerlei Freude bereitet, wie gesagt, der Rest. Der bietet klischeehafte und doch keimfreie Sexszenen en masse, ein Schnitt-Konzept, das jeglicher Logik entbehrt, und nicht nachvollziehbar eingeblockte »close up«-Kamerafahrten über die Comic-Vorlage.

Vielleicht ist das ja alles als hohe Kunst gemeint. Unterhalten tut’s trotzdem nicht.

Die Leiden der Zuschauer werden durch die erbärmlich schlechte Musik noch vergrößert. Courtney Love — die Witwe des »Nirvana«-Frontmanns Kurt Cobain — hat einen wavig-grungigen Soundtrack mit Stücken verschiedener Bands zusammengestellt, der ebenso geschmack- und konzeptionslos erscheint wie die Bilder: Adäquater, nervender Ton-Schrott zur Untermalung eines Films, der zu schlecht ist, um gleich nach dem Kinobesuch im erlösenden Dunkel des Vergessens zu verschwinden.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 27. Juni 1995

Samm Bennett: Comic-Kunst vertont

Kein bißchen abgehoben, sondern witzig, kurzweilig und aufs beste unterhaltend: Der Auftaktabend der »Zentrum Zoo«-Reihe »Silent Movies, Loud Music« mit dem New Yorker Schlagwerker Samm Bennett brachte frühe Kino-Kunst, zeitgenössisch vertont, an ein viel zu kleines Häuflein Fans. Nur rund dreißig Besucher kamen ins »Foyer«, um sich die hinreißend gezeichneten Abenteuer von »Koko, dem Clown« anzuschauen. Kaum zu glauben, wie perfekt die produzierenden »Fleischer Brothers« schon in den zwanziger Jahren Figuren zeichneten, animierten und virtuos mit Uberblend- und Schnittechniken umgingen. Ein anfangs skeptischer, später begeisterter Zuschauer brachte es auf den Punkt: »Da ist bis heute nicht viel dazugekommen.«

Auf die laufenden Cartoon-Bilder ist der in den USA vielgerühmte, in Tübingen unprätentios und sehr bescheiden auftretende Samm Bennett über die Glotze gekommen: »Ich hab‘ mal zwei Kurzfilme im TV gesehen. Selbst bei uns kennt heute kaum einer noch die Filme. Es war ziemlich schwierig, die acht Episoden aufzutreiben. Und vertont hat sie meines Wissens bis heute keiner«, sagt Bennett im Gespräch.

Er erwies sich als überaus sorgfältiger und spannender Geräusche- und Musikmacher. Mit nur optisch kleiner, aber elektronisch hochkomplexer Schlagwerkausrüstung liefert er 50 Minuten lang die musikalische Begleitung zu den Kurzfilmen: Über Schlagflächen steuert er eine Vielzahl von »Samples« an; Tonband und Sequenzer sowie Melodiestimmen wurden ebenfalls via Schlagstock ausgelöst. »Ich brauch‘ allmählich einen guten Anwalt«,meinte Bennett grinsend, »ich hab‘ da ein tolles >Nirvana<-Sample . . .«

Nach der Pause ging er — mit dem Filmvorführer an der Mundharmonika ohne Bilder im Hintergrund ans Werk, spielte unter anderem einen schrägen Blues, dessen Harmonien aus ächzenden und seufzenden Geräuschen gebildet wurden. Bennett, der sich zum Dunstkreis der »Knitting Factory« rechnet, lieferte also einen furiosen Auftakt zur neuen Reihe des »Zoo«. Abwesende haben wirklich was verpaßt. (mpg)

Lebewohl meine Konkubine im Kino: Zart und schön

Ein Fest für Augen und Ohren, betörend und fesselnd: »Lebewohl meine Konkubine« vom chinesischen Regisseur Chen Kaige ist ein hinreißendes Stück Kino-Kunst ohne Konkurrenz. Drei Stunden dauert der ungemein sinnliche Farben- und Klangrausch — viel zu kurze Stunden, die den Zuschauer in eine atemberaubend schön und trotz vieler brutaler Szenen zart erzählte Geschichte entführt.

Kaige und sein Stab, die sämtliches Lob (einschließlich der »Goldenen Palme« in Cannes 1993) alleine schon für die traumhaften Bilder und Licht-Spielereien verdienten, erzählen virtuos gleich mehrere Geschichten. Die sind mit enorm geschickten dramatischen Kunstgriffen untereinander verwoben — und die Schauspieler, allen voran Leslie Cheung in der Rolle des Konkubinen-Spielers Cheng, fesseln mit sehr feinem, zurückgenommenem Spiel.

Da ist nichts von der platten, vordergründigen »Anmache« zu spüren, mit der Hollywood in den letzten Jahren die Zuschauer lockt, keine Sexszene zu sehen. Erotisch bis zur Gänsehaut ist »Lebewohl meine Konkubine« wahrscheinlich auch gerade deswegen.

Die berstende Sinnlichkeit des Films ist aber schon im Thema versteckt. Es geht um die weltberühmte, traditionsreiche Peking-Oper, es geht um zwei Schauspieler, um Schein und Wirklichkeit und die dünne Grenze dazwischen: Die Jungen Duan und Cheng wachsen in der knallharten Ausbildungszeit zum Spieler immer mehr zusmamen, sind nicht nur auf der Bühne — dort als Kaiser und Konkubine – ein Paar.

Cheng kann Fiktion und Realität nicht mehr trennen, sieht sich tatsächlich als bis in den Tod ergebene Konkubine seines Freundes Duan. Der heiratet, längst wie Cheng zum Star geworden, eine ehemalige Hure: die Konstellation der Protagonisten kommt Cineasten bekannt vor.

Eine andere bahnt sich an: Die Kulturrevolution wirft Tradiertes auf den Scheiterhaufen, macht das Oben zum Unten.

Kaige hat seine Geschichte von der Oper in der Oper in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet; der Film überstreicht von 1920 bis etwa 1970 ein halbes Jahrhundert politischer Stürme, die dem Reich der Mitte unendlich viel menschliches Leid gebracht haben.

Da kommentiert Kaige dann auch. Nicht überdeutlich, aber unmißverständlich nimmt er Stellung: Am Anfang agieren alle miteinander, gegen Ende gibt es nur noch Häme und Verrat und der großen Familie der Schauspieler, in der Duan aufgewachsen ist, steht eine shnapsgeschwängerte, ärmliche Ehe-Tristesse gegenüber.

Der Theaterfreak Cheng hat die Oper nie verraten, ließ sich lieber von der Volksbefreiungsarmee ins Gefängnis stecken, als Kompromisse zu machen. Wirklich ist für dieses geschlechts- und körperlos erscheinende Wesen nur die Phantasie — und in der ist Duan immer noch der König.

Als die beiden alt gewordenen Schauspieler noch einmal die Szene spielen, in der sich die von ihrem Herrn verstoßene Konkubine umbringt, verschmelzen Sein und Schein endgültig: Cheng ist tot.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 23. Dezember 1993

Robert Redford, „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“: Bilder voller Naturschönheiten

Beschaulich, äußerlich ruhig — und doch von der ersten bis zur letzten Minute packend ist Robert Redford seine dritte Regiearbeit gelungen.

»Aus der Mitte entspringt ein Fluss«, die Geschichte der ungleichen Brüder Norman und Paul nach der autobiographischen Erzählung »A River Runs Trough It« von Norman Maclean, zeigt in wirklich atemberaubenden Bildern (»Oscar«-ausgezeichnete Kamera: Philippe Rousselot) die Naturschönheiten der gleichermaßen rauh-zerklüfteten wie lieblichen Bergwelt Montanas.

Alleine die tollen Wasseraufnahmen, im Gegenlicht flirrende Angelschnüre und Bilderbuch-Dämmerungen machen den 120-Minuen-Film sehenswert.

Selbst Kulturpessimisten, die wie Wim Wenders »keine schönen Bilder mehr wollen, weil die Werbung die schönen Bilder gepachtet hat« (O-Ton des Regisseurs in Cannes), dürften sich dem Zauber dieser Hommage an eine augenscheinlich auch heute noch ziemlich heile Welt nicht entziehen können.

Zwischen den Konstanten Landschaft und Elternhaus — Tom Skerrit wirkt als presbyterianischer Reverend ebenso sicher in sich ruhend, wie die Natur der Brüder immer wieder Halt gibt — zeigen Craig Sheffer als Norman und Brad Pitt in der Rolle des Paul sensible Psychospiele zwischen Kindern, Heranwachsenden und jungen Männern. Vor allem die Leistung von Nachwuchs-Leinwandspieler Pitt bleibt im Gedächtnis: Wie er den fliegenfischenden, saufenden und überhaupt ziemlich unsolide lebenden Journalisten Paul spielt, gibt der Filmfigur enorme Tiefe.

Beim Fliegenfischen am Fluss finden die Brüder, von dem es abwechselnd immer nur einem gut geht, zueinander. Im wirklichen Leben nicht: Norman, der Langweiler, studiert, wird Literaturprofessor in Chicago und heiratet die hübsche Emily (Jessie Bums). Paul, der schon als Kind für sämtliche Blödeleien und Streiche zu haben war, findet trotz seiner überaus positiven Lebenseinstellung keinen Halt. Bevor ihn seine eigene Leber endgültig erledigt hat, liegt er ermordet im Straßengraben. Und der Fluss fließt weiter.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 01. Juni 1993