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JazzOpen Stuttgart 2001: Lebendiger denn je

Die »Jazz Open 2000« wurden von vielen – wegen Sponsoring-Schwierigkeiten – als Abgesang verstanden. Jetzt ging das Stuttgarter, grenzüberschreitende Festival vielfältiger, jazziger und strahlender denn je in einer neuen Ausgabe über die Bühnen bei und in der Liederhalle.

Das neue Konzept, konzertant musizierende Künstler und »Acts« im Hegel- oder Schillersaal zu präsentieren und »jungen«, tanzbaren Jazz open air auf dem Gelände zwischen Liederhalle und dem neuerbauten »Bosch-Areal«, ist aufgegangen.

Nicht nur das Programm geriet bunter als bei vergangenen »Jazz Open«-Ausgaben – mit den Freiluft-Konzerten oder dem Projekt der Ambience-Jazzer orbit experience zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester haben sich die Festivalmacher ein ganz neues Publikum erschlossen.

Und sie haben mit hervorragenden Konzerten von Altmeistern die älteren Jazzfans restlos begeistert. Dave Brubeck zum Beispiel, die Cool-Jazz-Legende, zeigte sich in Stuttgart von einer ganz anderen Seite als bei seinem letztjährigen Gastspiel im Tübinger Uni-Festsaal: Vital wie ein junger, hochpräzise und, natürlich, stets swingend brachte der Piano-Meister vom »St. Louis Blues« bis hin zu seinem Paradestück »Take Five« Erstklassiges: Von altersbedingter Müdigkeit war hier nichts zu spüren, die Stuttgarter zeigten sich restlos begeistert.

Genauso warmherzig empfingen sie ganz zum Abschluss des viertägigen Festivals Vokaljazz-Diva Dee Dee Bridgewater – und trotzten zusammen mit Fusion-/Souljazz-Mann Al Jarreau dem Regen.

Da hat es gekübelt wie aus Eimern, aber weder die Besucher unter einer geschlossenen Regenschirmdecke noch der Künstler selbst ließen sich von den widrigen Bedingungen einschüchtern. Im Gegenteil: Jarreau zeigte sich (das ist, hat man ihn schon öfters erlebt, nicht selbstverständlich) sehr locker und stimmlich in Topform: Der Stimmumfang des 61-Jährigen ist enorm, die Artikulation selbst in pfeilschnellen Scat-Passagen präzise. Die Stuttgarter haben ihn; »singin‘ and dancin‘ in the rain«, in ihr Herz geschlossen.

Und haben George Benson, der vor Jarreau auftrat, mehr als Achtungsapplaus zukommen lassen: Der Jazzrock-Gitarrenmeister hat auch schon viel langweiliger gedudelt als bei den »Jazz Open«; sein Stuttgarter Konzert geriet zu einer recht funkigen Angelegenheit.

In Sachen Jazz-Funk die Nasemit deutlichem Abstand vorn hatte die Advanced Combo Funk um Ex-Tab-Two-Trompeter Joo Kraus und Klavier-»Käpsele« Rainer Tempel. Auch wenn die Stuttgarter / Tübinger Gruppe mit ihrer schwer soulig groovenden, hitzigen Musik nicht jene bombastische Stimmung wie beim Tübinger Clubkonzert vor kurzem aufs Liederhallen- Gelände zaubern konnte, zeigten sich die Zuhörer doch von den Schwoba-Funkern begeisterter als vom nachfolgenden norwegischen Trompeten-Star Nils Petter Molvaer: Der verlor sich – wie im »Sudhaus« auch schon mal – im Wirrwarr zwischen eklektizistischen Miles-Tones,  Elektronik-Overkill    und »Drum’n’Bass«-Rhythmusclustern.

Der zunehmend dröhnendere Lautstärkepegel hat dieses Konzert nicht weniger langweilig gemacht. Der Autor dieser Zeilen bleibt – vorerst – bei seiner Einschätzung: Molvaer hat mit »Khmer« vor Jahren eine tolle Platte abgeliefert; live muss man ihn nicht unbedingt gehört haben…

Einzigartig geriet dagegen das Projekt der heimischen »orbit experience«-Musiker zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester am dritten Festivaltag im Hegelsaal: Scheinbar ohne große Anstrengung hatten Sebastian Studnitzky (Dirigent, Trompeter, Keyboarder), Gitarrist Markus Birkle, Drummer Flo Dauner und Bassist Markus Kössler ihren eigenen, mit vielen Hip-Hop-, Drum’n’Bass und »Ambient Music«-Schnipseln durchsetzten Sound mit den flächigen Streicherklängen des Kammerorchesters zusammengebracht und so souverän ein wohltönendes Stil-Konglomerat zwischen wirklich allen Stühlen geschaffen. Vor allem die jüngsten »Jazz Open«-Besucher unter 25 waren sehr angetan.

So richtig ging die Post ab bei den französischen Elektronik-Funkern von St. Germain: Mit viel afrikanischen und Reggae-Bezügen lieferte diese Gruppe ein von Anfang bis Ende tanzbares Set, das zumindest den hinteren Teil des Hegelsaals in eine Disco verwandelte. St. Germain klang definitv mehr nach »open« als nach Jazz – kam aber bestens an.

Und auch die Freiluft-Groove-Session funktionierte an diesem »Jazz Open«-Tag hervorragend: Die Brasilianerinnen Maria Ochoa und Bebel Gilberto stimmten mit eher sanft wiegenden, im Falle von Bebel nur ein wenig zu poppigen »MPB«- Klängen auf die nachfolgenden hitzigen Rhythmen von Lokalmatador Lothar Schmitz und seiner auch in der Region bestens bekannten Gruppe MamBebop ein. Die Fans quittierten die Musik hüftschwenkend.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger

Randy Crawford: Soul-Jazz

Das »Street Life« hat sie gut überstanden: Soulsängerin Randy Crawford, einst von Keyboarder Joe Sample und seinen Crusadern bekannt und berühmt gemacht, gab bei den Stuttgarter Jazzopen ein dezent nostalgisch eingefärbtes, von den Zuhörern im Hegelsaal mit freundlich-begeistertem Beifall quittiertes Konzert.

Pralle Emotionsausbrüche waren nie die Sache von Crawford: Ihr Pop-Soul kam schon immer auf Samtpfötchen daher, schon vor zwanzig Jahren, als die Sängerin eben mit besagtem Straßenleben schlagartig berühmt wurde, machte sie leicht goutierbare Musik.

Und heute?

Crawford und ihre Musiker scheinen viel Distanz zu dem zu haben, was sie da auf der Bühne machen. Das Stuttgarter Konzert wirkt über weite Strecken aseptisch, bei »Knockin‘ On Heaven’s Door« hat nicht nur die »dreckige« Mundharmonika des Komponisten (und Original-Interpreten) Bob Dylan gefehlt.

Der sanft angejazzte Popfunk, der da freundlich swingend von der Bühne blubbert, könnte eigentlich kaum beliebiger sein; die »Stargäste« des Abends – Bassist Slim Man und Saxofonist Michael Lipton – tun mit »obercooler« und technisch gekonnter Studioroutine wenig dazu, die Sache ein wenig verbindlicher zu machen: Wie aus dem Baukasten klingen die Versatzstücke US-amerikanischer Pop-Geschichte zusammengesetzt – da passt es auch, dass Crawford sich auf Lennons »Imagine« (na ja), den Popsoul-Klassiker »Rainy Nights In Georgia« (gut!) oder »Captain Of The Heart« verlässt: Sichere Nummern.

Vom Hocker reißt das Konzert wahrscheinlich keinen, die Takte plätschern dahin, die stellenweise verwirrt wirkende Moderation der unbefangenen und bestens aufgelegten-
Sängerin stört eher. Ganz am Schluss bekommen die Stuttgarter den Superhit von Randy Crawford – eben »Street Life« – zu hören, da legt die Band dann etwas von ihrer gelackten Professionalität ab.

Ein bisschen spät halt.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger

Jazz meets Klassik, JazzOpen Stuttgart 2001: Beliebigkeit im Crossover

Kreuzungsversuche zwischen Jazz und Klassik hat es schon oft gegeben – in den seltensten Fällen kam etwas musikalisch Fruchtbares dabei heraus. Auch die »Jazz meets Klassik«-Nacht unter Bernd Ruf (der ja durchaus einen glänzenden Namen als Klassiker ohne Scheuklappen hat) zum Abschluss der Stuttgarter »Jazzopen« hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. über weite Strecken liefen nämlich beide Musiksparten nebeneinander her – und wirklich spannend war der rund dreistündige Marathon nur selten.

Die »Backing Band«, um’s mal in populärmusikalischen Begriffen zu formulieren, bildeten die Stuttgarter Philharmoniker. Zwischen ihnen, Christof Lauer und dem ersten Jazz-Stargast Randy Brecker brauchte es eine ganze Weile, bis die Chemie stimmte. Vor der Pause, bei einem Stück seines Bruders Michael, brillierte Randy dann zum ersten Mal.

Den Abend sozusagen überstrahlt hat mal wieder Charlie Mariano, der immer noch beeindruckend präsente und energetische Altsaxophonist. Seine Duo-Improvisationen zusammen mit Richie Beirach machten manche Durststrecke wieder wett.

Gregor Hübner – regelmäßiger Gast auf den Jazz-Bühnen der Region – hatte den Bogen zwischen Jazz und Klassik an diesem Abend am besten ‚raus: Nicht nur, dass der Violinspieler wiedermal als exzellenter Techniker und einfallsreicher (Jazz-)Improvisator überzeugte – der bei den »Jazzopen« uraufgeführte erste Satz seines ersten Violinkonzerts verschmolz tatsächlich Elemente von Klassik und Jazz nahtlos.

Im Großen und Ganzen war das Treffen zwischen den Welten aber auch diesmal nur bedingt harmonisch, am besten klang die Musik, wenn sich die Genres nicht vermischten. Und: Der große alte Mann der europäischen Jazz-Szene hat allen anderen mal wieder die Schau gestohlen: Gegen Charlie Mariano wirken selbst Routiniers wie Brecker bemüht
und angestrengt.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger

JazzOpen Stuttgart 2000: Lahmer Swing und heißer Funk

Schlechte Zeiten für die Stuttgarter Jazz-Open: Nicht nur, dass der SWR schon im Vorfeld ankündigte, nächstes Jahr auszusteigen – bei der Eröffnungsveranstaltung blieb dann auch noch das Publikum weg. Ganz schlimm hatte es tags zuvor im »Zapata« ausgesehen: Die grosse Party fiel aus, weil nur drei (!) Gäste plus eine kleine Gruppe von Medienleuten Interesse zeigten.

Beim ersten Abend waren dann im Hegelsaal der Liederhalle mehr Reihen frei als besetzt; zwischen fünf- und sechshundert Jazzfans dürften trotzdem zugehört haben. Headliner bei der Eröffnung war Trompeter Wynton Marsalis samt seinem »Lincoln Center Jazz Orchestra«, einer 15köpfigen Bigband.

Nicht nur für den Rezensenten geriet das Konzert zu einer ziemlichen Enttäuschung. Das, was diese jungen Musiker da unter der Leitung eines der derzeit angesagtesten Jazz-Solisten spielten, hat nie und nimmer das Programm-Motto »The Sound Of The Century« verdient: So gelackt, gestriegelt und dermaßen stromlinienförmig klingt eigentlich nur ein ganz kleiner Teil der reichen Jazzentwicklung.

Bei Ellington und Basie mag die unterkühlte und auf Hochglanz polierte Präsentation der Bigbandmusiker ja noch halbwegs passen – bei Titeln, die Jazz-Querköpfe wie Charles Mingus oder Thelonious Monk geschrieben haben, war sie aber völlig fehl am Platz.

Dieses »Lincoln Jazz Orchestra« kann, wenn man die an und ab aufblitzende technische Brillanz seiner Mitglieder in Betracht zieht, sicherlich auch ganz anders: Bei den Jazz-Open klang die Bigband aber wie ein müder Altherrenclub, der sich mühsam durch die Arrangements zu schleppen schien.

All das, was man beim »Lincoln Center Jazz Orchestra« vermisste, bot der aus dem aserbaidschanischen Baku stammende Pianist David Gazarov zu Beginn des Abends im kleinen Format mit seinem Trio. Auch er ist ein brillanter Techniker, auch er greift gerne auf die Jazz-Tradition zurück.

Im Gegensatz zu seinen amerikanischen Kollegen lässt er daraus aber neuen Ohrenkitzel entstehen. Und klingt dabei ungemein seelenvoll und berührend. Gazarov beeindruckt nicht mit vordergründigen Effekten, sondern mit einer leisen, dabei kraftvollen Sensibilität, einem grossen Verständnis für die Stille zwischen den Tönen noch dazu – seine Begleiter Chris Lachotta am Kontrabass sowie Keith Copeland an den Drums zogen da mit. Alleine schon Gazarovs Zugabe des von den Stuttgartern freundlich aufgenommenen Konzerts zeigte seine grosse Musikalität: Spannender gespielt (und trotzdem nicht zerpflückt) lässt sich »Take Five« eigentlich nicht vorstellen.

So mager die Publikumsresonanz beim Jazz-Open- Start geriet, so eindeutig war sie am zweiten Tag: 1 800 Besucher verwandelten den Hegelsaal in eine Hochburg der Funk- und Black-Music-Fans, als Posaunist Fred Wesley zusammen mit Saxofonist Pee Wee Ellis und seiner Jazz-Funk-Explosion sowie die Funk-Supergroup der 70er/80er »Tower Of Power« dort spielten.

Die Stimmung in der Liederhalle war so hitzig, ausgelassen, ja manchmal sogar überschäumend wie sonst selten beim als reserviert geltenden Stuttgarter Publikum. Das genoss die Show-Mätzchen des Posaunisten und seiner Band ebenso wie den stellenweise prügelnd harten Funk der Superstars von anno dazumals, liess sich bei »Tower Of Power« gar nicht erst lange zum Mitmachen, Mitsingen und Tanzen bitten.

Fred Wesleys Set unterschied sich nur marginal von dem letztjährigen Auftritt in der Tübinger »B 27«-Halle. Die Sängerin Lyn Collins war diesmal nicht dabei – aber ansonsten gab’s denselben gemütlichen, R&B-lastigen Funk wie dort zu hören.

»Tower Of Power« schafften es bei ihrem fast zweistündigen Konzert vom Start weg, eine Bombenstimmung in den Hegelsaal zu bringen: Die Mischung aus treibenden, schnellen Titeln mit nach wie vor messerscharfen Bläsersätzen und typisch amerikanischem Schmuse-Soul, bei dem dann die drei Vokalisten der Band vorrangig zum Zug kamen, schien genau den Geschmack der Fans zu treffen. Einziger Kritikpunkt: Bei diesem Konzert war’s ohrenbetäubend laut in der Liederhalle – hätte der Mischpult-Meister etwas weniger »Saft« auf die Boxen gegeben, wären die Feinheiten besser zu hören gewesen. (-mpg)

JazzOpen Stuttgart ’95: Legenden und Afro-Grooves

Diesen Sommer gibt’s innerhalb von drei Wochen die beiden größten Musikstars Afrikas auf den Bühnen der Region. Nach Youssou N’Dours Gastspiel am 2. Juli in Tübingen setzt Salif Keita dann am 22. Juli den Stuttgarter »Jazz Open« ein Highlight auf.

Die Nacht mit dem Stimmen-Magier aus Mali und dem Afro-Soul-Funker Manu Dibango ist nur eine von vier überaus attraktiven. Die Stuttgarter Festival GmbH, Veranstalter der »Jazz Open«, hat auch bei der zweiten Auflage des »Jazzgipfel«-Nachfolgers auf Qualität geachtet und natürlich auch auf eine breite stilistische Ausrichtung, die gleichermaßen junge wie alte Jazz- und Rockfans in den Beethovensaal der Liederhalle ziehen soll.

Los geht’s mit rollendem Voodoo-Musik-Stoff aus New Orleans. Mit »Mr. Nighttripper« Dr. John und dem künstlerisch überaus potenten Familienunternehmen der »Neville Brothers« gastiert am 20. Juli die Crime de la. crkne der dortigen Szene in Stuttgart. Dr. John, der Zauberer am Piano, vermischt in seinen prallen Shows Honky-Tonk-Sounds mit Rock, Jazz, Funk und Rhythm ’n‘ Blues. Er tut das nach wie vor unnachahmlich, mitreissend und dabei höchst eigenwillig.

Individuell auch der Sound der vier Neville-Brüder, die mit Unterstützung von fünf weiteren Musikern nach Stuttgart kommen. Wer die hochmusikalischen Brüder, allen voran das muskelbepackte »Goldkehlchen« Aaron, schon einmal live gesehen hat, wird den brodelnden Hexenkessel, den Charles, Art, Cyril und Aaron Neville entfachen, nicht versäumen wollen.

Am zweiten Tag (21. Juli) der »Jazz Open« gibt’s Legenden — lebendig on stage — gleich im Viererpack. Einmal spielt Pharoah Sanders, einer der wichtigsten Coltrane-Erben, mit einer speziell für diesen Abend zusammengestellten All-Star-Band. Ausnahme-Schlagwerker Trilok Gurtu steht mit Sanders auf der Bühne, Bassist Victor Bailey (Ex-»Weather Report«), Gitarren-Meister Jean-Paul Bourelly und Violinist Mark Feldmann.

Sanders ist ein Gigant, Wayne Shorter ein anderer. Der spielt seit den 60ern das Sopransax so lyrisch und dabei höchst intensiv wie kein anderer, ist ein einfallsreicher und virtuoser Grenzgänger zwischen Jazz, Rock, Latin und brasilianischer Musik — Spannung ist bei seinem »Jazz Open«auftritt garantiert. Eröffnet wird dieser Abend von Steve Lacy: Der stilprägende Sopransax-Meister bringt unter anderem den Posaunisten Albert Mangelsdorff mit.

Am Samstag (22. Juli) dann »African Grooves« satt. Salif Keita aus Mali, der schon vor sechs Jahren einmal die Tübinger auf dem Marktplatz begeisterte, verbindet Klänge und Rhythmen seines Landes mit Pop und Jazz; seine farbenreiche Show mit einer zehnköpfigen. Band wird sicher auch die Stuttgarter fesseln. Handfest geht’s danach zur Sache, wenn der Kameruner Manu Dibango, stets funky spielender Hüne am Saxophon, mit seinem Afro-Funk-Rap die Besucher in Bewegung bringt.

Den Schluß der »Jazz Open« bildet am 23. Juli ein Abend mit Musik von Jimi Hendrix. Zuerst interpretiert Vernon Reid (Ex-»Living Colour«) zu sammen mit der Sängerin Cassandra Wilson und Band in einer Weltpremiere das legendäre Hendrixalbum »Electric Ladyland« live neu. Und dann loten — in wechselnden Besetzungen — Musiker wie Wayne Shorter, Jack Bruce, Nguyen Le, Don Byron, Adam Holzman oder der ehemalige Zappa-Weggefährte Terry Bozzio das musikalisch überreiche Universum des Gitarren-Gotts neu aus.

Das SDR-Fernsehen wird an allen vier Tagen zusammen mit 3sat und Arte die MAZ-Maschinen mitlaufen lassen und kleine Ausschnitte des »Jazz-Open«-Programms auch live übertragen.   (mpg)