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The Cheeks: Beat, heftig

Schon ulkig — da macht eine hand voll junger Musiker aus Solingen Musik, die sich anhört, als würden die .frühen »Starclub«-Beatles auf »The Clash« und spätere böse Brit-Punkrock-Buben treffen: Die »Cheeks« waren jetzt im Tübinger »Epple-Haus« zu Gast und zelebrierten eine schnelle, ziemlich harte Beat-Show.

Sänger Kono scheint die Songs körperlich zu durchleben, auch der Rest der Band schuftet schwer und laut an so genanntem »vintage«-Instrumentarium: Der Sound der »Cheeks« ist sorgfältig Sixties-mässig muffelig angelegt, das Songtempo geben allerdings die Neunziger vor.

Am Tag vor dem Tübinger Konzert hatten die Rocker aus dem Pott einen Offday und hatten so »viel zu viel Energie übrig« (O-Ton Kono). Das mag schon sein — ein bisschen eigenständiger und griffiger hätte der Power-Beat der »Cheeks« in Tübingen allerdings schon sein dürfen.

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger

Looney Toones: Einfach, aber genial

Die Idee ist alles andere als schlecht: Die Tübinger »music factory« lud jetzt zu Werbezwecken für die vor kurzem ins Leben gerufene »Beatclub«- Reihe des »Club Voltaire« in die Reutlinger »Kaiserhalle« zum Konzert ein.

Und so frenetisch, wie die Leute in der gestopft vollen ältesten Reutlinger Szene-Kneipe auf die Musik der Hamburger »Looney Tunes« reagierten, werden sicher einige davon zukünftig auch den Weg in die Tübinger Haaggasse finden.

»Einfach, aber genial«, mag sich manch einer angesichts der Musik des inzwischen von einem Organisten verstärkten Trios gedacht haben. Nur mit Gitarre, Baß, Drums und einer echten »Jammer«-Orgel zauberten die Musiker echt authentisches Sixties-Feeling in den »Kaiser« — und das war so perfekt getroffen, daß nicht nur junge Teenies begeistert immer mehr hören wollten, sondern auch die paar anwesenden »alten Szene-Säcke« nicht nur anerkennend, sondern auch überaus angetan mit den Köpfen wackelten.

Nach dem regulären Programm durften die »Looney Tunes« ihr Original-Sixties-Instrumentarium nur kurz in die Ecke stellen — und mußten dann so manchen Song wiederholen. Die »von vorne, bitte«-Rufe aus dem Publikum dürften kein bißchen ironisch gemeint gewesen sein. (-mpg)