Sangre Nueva: Gekonnte Salsa

Musikalisch geriet jetzt die »noche latina« im Reutlinger »Cafe Nepomuk« zum Volltreffer — zu Gast war am Samstag die Band Sangre Nueva. Und dieses gar nicht mal so neue, international besetzte schwäbische Szene-Gewächs brachte stundenlang (aber eben sehr zur Freude der vielen tanzenden Zuhörer nicht langweilig) abwechslungsreiche und rhythmisch ziemlich zwingende Salsa auf die »Nepomuk«-Bühne.

Dass diese Combo aus dem Remstal und drumherum wesentlich spannender als andere klingt, mag zuallererst an der bestens eingespielten Klopf-Fraktion , liegen: Was und wie viel der aus Griechenland stammende Bandchef und Perkussionist Alex Papa kann, hat er auch den Zuhörern in der Region unter anderem als Rhythmus-Motor der Multikulti-Gruppe Expedicion schon mehrfach gezeigt.

Alex‘ Congaspiel ist auch bei Sangre Nueva vom Feinsten, energisch, dynamisch, differenziert und hochpräzise zugleich, Drummer Markus Schmidt und Thomas Höfs (Percussion) unterstützen den Chef gekonnt.

Alex ist immer präsent und macht (erfolgreich!) ungeheuer viel, um im »Nepomuk« das Publikum zu animieren — in den Vordergrund drängen muss er sich trotzdem nicht. Er und die ebenso unermüdlich ackernde wie ansprechend singende kubanische Frontfrau Olvida Cache sind ein eingespieltes Team in Sachen Zuhörer-Beteiligung: Dass im »Nepomuk« mal die einen zum Tänzchen auf die Bühne geholt werden, mal die anderen auf den Chor-Einsatz warten, finden alle prima.

Weitere Pluspunkte bei Sangre Nueva sind der zweiköpfige, agil-zupackend tönende Posaunensatz sowie die unauffälligen, aber höchst effektiv spielenden Arbeiter an Bass und Keyboard. Dazu kommen teilweise fast schon jazzige, immer groovende Arrangements mit viel Freiraum für alle Beteiligten. Im »Nepomuk« hat, wie gesagt, »alles gepasst« und das Publikum reagierte auch dementsprechend.
Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger