Bobo Stenson Trio: Gepflegt öde

Kann ja sein, dass die Erwartungen der Jazz-Kenner zu hoch waren: Bobo Stenson, der schwedische Meister-Jazzpianist, der auf Dutzenden »ECM« -Plattenproduktionen zu hören ist, verbreitete bei seinem Tübinger Konzert jetzt im »Sudhaus« eigentlich nur Langweile.

Die fein ausbalancierten, kammermusikalischen Kabinettstückchen auf den CDs des Bobo Stenson kamen im »Sudhaus« nicht über die Bühnenrampe; sowohl Stenson selbst wie auch seine Begleiter Anders Jormin am Bass und Billy Hart an den Drums schafften es innerhalb des rund zweistündigen Konzerts nicht, so etwas wie Dramatik zu erzeugen.

Satte Grooves oder gar musikalisch umgesetzte Lebenslust war von diesem Trio sowieso nicht zu erwarten – aber eine dermassen gleichförmige Vorstellung halt auch nicht.

Kein Grund zur Irritation oder gar Aufregung: Die drei plätscherten – zugegeben: spieltechnisch auf Weltniveau – munter vor sich hin, hangelten sich von einer Phrase zur nächsten und verloren sich oft in blutleeren Improvisationen.

Ohne Zweifel sehr gepflegt ging’s bei diesem Jazz-Abend zu – aber es war halt
auch ziemlich öde. (-mpg)