Rainer Tempel Big Band: Jazz-Mannschaft umjubelt

»Was lange währt, wird endlich gut«; der Satz von Rainer Tempel zur Einleitung seines Bigband-Konzerts im »Sudhaus« klang durchaus befriedigt. Ist ja auch schön, wenn ein »lokaler« Musiker, Nischen-Mann mit Ausrichtung Jazz noch dazu, die Zuhörer in Hunderter-Einheiten anzieht: Bei der kleinen Gala zum fünfjährigen Bestehen der Bigband war der grosse Saal des Kulturzentrums wirklich bis auf das allerletzte Stehplatz-Eckchen gefüllt.

Das war nicht immer so: Als Tempel vor fünf Jahren seine »Wahnsinnsidee« einer eigenen Bigband kurzerhand mit Studienkollegen und Freunden in die Tat umsetzte, standen teilweise genauso viele Leute auf der Bühne wie unten zuhörten.

Das war nur eine Frage des Bekanntheitsgrads, nicht eine mangelhafter Attraktivität; ausserordentliche Qualität lieferte nicht nur der Chef als Komponist, enorm talentierter Arrangeur und fähiger Pianist, sondern das taten auch die einzelnen Musiker von Anfang an.

Heute ist die »Rainer Tempel Bigband« zumindest innerhalb der Szene ein Begriff – und Tempels Kollegen machen alle gern mit in diesem Orchester, obwohl das Salär nicht üppig sein kann.

Und wie sie alle am Samstag mitmachten: Ein lediglich lauwarmes oder gar schlechtes Konzert haben wir von dieser Band sowieso noch nicht gehört, aber dermassen hochmotiviert, strahlend, auf den Punkt genau und solistisch glanzvoll wie jetzt hat die »Rainer Tempel Bigband« in Heimspielen auch selten geklungen.

Hervorragende, inspirierte und spannende Soli gab’s unter anderem von den
Saxern Mark Wyand, Jochen Feucht und Frank Lauber zu hören und von Posaunist Gerhard Gschlößl.

Besonders prominent besetzt war diesmal die Trompeten-Sektion: Sebastian Studnitzky und der ehemalige »Tab Two« -Bläser Joo Kraus hielten sich solistisch vergleichsweise zurück, Claus Stötter bewies dagegen – einmal mehr – in Titeln wie »Miles Away« oder »ars amatoria« seine Klasse besonders auf dem Flügelhorn.

Wie immer bei Konzerten der »Rainer Tempel Bigband« verging die Zeit wie im Flug; der lange Abend war aber auch wegen der überaus witzigen Moderationen von Tempel kurzweilig. »Round midnight« war dann, nach donnerndem, minutenlangem Applaus und dem Italogasenhauser »Azzuro« endgültig Schluss für diesmal. (-mpg)