Bob Ostertag und Phil Minton: Hinreißende Musik-Spiele

Am Montagabend bot die Tübinger Avantgarde-Reihe »something noise« im »Sudhaus«-Theatersaal mal wieder eine Sternstunde.

Und nicht nur die höchst lebendigen, wirklich »interaktiven« Sound- und Geräuschcollagen zwischen Bob Ostertag und dem gnadenlos humoristisch begabten Phil Minton waren spannend und eine Klasse für sich: Ostertag zeigte sich auch musiziertechnisch bei seinem erneuten Tübinger Abstecher als echter Pionier: Der Soundtüftler — »von Hause aus« ein echter Tastateur und Sampler-Spezialist — verzichte nämlich diesmal völlig auf hergebrachte Eingabe-Geräte (wie’s ein Manual ja ist), und steuerte sein im Laptop gespeichertes (und wohl auch immer wieder neu erzeugtes ) Sound-Kaleidoskop via Stift und Grafik-Tablett.

Eine Menge Technik, um ganz unmittelbar und höchst »menschlich« klingend zu improvisieren: Ostertag baute sogar Publikumsgeräusche in seine Musikcollagen ein, verband feststehende Samples mit sehr lebendigen, oszillierenden Software-Synthesen: Das war spannend, unterhaltend—und lehrreich noch dazu. (mpg)