Whisky Priests: Fröhlicher Abschied

Dass die Luft bei den englischen »Whisky Priests« ‚raus ist, hat man beim Abschiedskonzert im grossen »Sudhaus«-Saal an der Musik ganz gewiss nicht hören können — die Partykönige um das Brüderpaar Miller zelebrierten ihren Folk-Punk wie eh und je mit rauher Herzlichkeit und schweisstreibendem Einsatz.

Aber aufhören tun die »Whiskypriester« trotzdem — nach fast 15 Jahren pausenlos »on the road« wollen sich die Millers jetzt neuen Projekten widmen und auch stärker als Produzenten auftreten.

Klug, aufzuhören, bevor einen das Publikum von der Bühne pfeift. So mitreissend und gut gespielt der Brachial-Folk der »Whisky Priests« auch ist: Die Konkurrenz in diesem Pop-Lager hat seit dem Ende der 80er kräftig zugenommen und der Massengeschmack sich gewandelt.

Mag sein, dass der vergleichsweise schlechte »Sudhaus«-Publikumsbesuch nur die grosse Ausnahme war – für den Rezensenten scheint er indes Zeichen des nachlassenden Interesses: In der Reutlinger »zelle«, wo die »Whisky Priests« früher mehrfach gastierten, ging’s ganz anders, heftiger her als jetzt in Derendingen. Aber es gibt auch Härtefans – und die sorgten im »Sudhaus« dafür, dass das Abschiedskonzert keinen schalen Beigeschmack hatte. (mpg)