Jürgen Waidele: Soulfunkpop

Der Mann kommt aus dem Ländle, aber wenn er singt, klingt’s nicht nach Schwobarocker, sondern nach Curtis Mayfield. Oder nach Prince.

Die Tradition afroamerikanischen Falsettgesangs hat Jürgen Waidele, Keyboarder, Komponist, Sänger und Bandleader, offensichtlich genauso intensiv aufgesogen wie die verschiedenen Tasten-Stilistiken der »Black Music«.

An Dreikönig gastierte der Groove-Meister samt seiner Gruppe »Conversation« im Tübinger »Zoo« – und lieferte satt-vielseitige Töne, die jede Menge Bewegung in die Schar der vielleicht 150 Clubgäste brachten.

Waidele zeigte sich (wieder einmal…) als rhythmusvernarrter Allround-Tastateur. Seine Spieltechnik auf sehr hohem Niveau erlaubt es ihm, Hochtempo-Sololinien zu spielen, die trotzdem voller musikalischer Tiefe sind.

Das absolut präzise Timing – von Waidele ebenso wie von seinen Mitmusikern – lässt die verschiedenen Muster stets funky klingen.

Mit seinen »Conversation«-Kollegen hat Waidele Vollblut-Musiker um sich gesammelt. Im »Zoo« fiel besonders die gute Bläsersektion (Rüdiger Ruff, Trompete / Arno Haas, Saxophon) auf  – und wieder mal auch Gitarrist Rainer Apel, der gleichermassen als »Rhythmusknecht« wie solistisch brillierte. (mpg)