Florian Dohrmann & Wieland Harms: Jazz auf zehn Saiten

Schon erstaunlich – da brauchen »zwei alte Tübinger«, beide auf ihren Instrumenten erfahrene, vielbeschäftigte und gern gehörte Musiker, fast zehn Jahre, um einmal miteinander zu spielen: Das Duo-Konzert des Gitarristen Wieland Harms (bekannt geworden als langjähriger Partner von Jan Henning) zusammen mit Florian Dohrmann (u. a. »Modern Walkin’«) am Samstagabend in der Reihe »Das kleine Abendkonzert« in der Reutlinger Volkshochschule war eine echte Premiere: Ein neues Duo mit neuen Stücken, »zum ersten Mal live auf einer Bühne« (Dohrmann).

Das Wagnis ging gut, das einstündige Konzert vor wenigen Zuhörern war immer wieder von Harmonie zwischen den beiden Jazzern geprägt – besonders in groovigeren Teilen, etwa beim gospelig-souligen »Bow Down« oder den »Arabian Nights« ganz zum Schluss.

Natürlich gab’s auch immer wieder Stolpersteine und holprige Stellen für die beiden zu überwinden – die paar Tempo-Unstimmigkeiten und harmonischen Missverständnisse legten sich aber mit zunehmender gemeinsamer Spiel-Erfahrung der beiden. Sowohl Harms wie auch Dohrmann sind nämlich instrumentalisch grosse Könner.

Für die vielseitige Stückauswahl – die im Übrigen auch die grosse Versiertheit von Harms in kompositorischen Belangen zeigte – wie das lebendig-seelenvolle Spiel gab’s von der kleinen Gästeschar im vhs-Foyer herzlichen Beifall. (-mpg)