Kilaueas: Brettharte Surfmusik

Beim Stichwort »Surfmusik« fallen dem Pop-Normalverbraucher die »Beach Boys« ein, der Kenner erinnert sich an genialen Schrammel-Rock von Dick Dale. Ein interessante – und vor allem recht deftige – Variation des Themas gab’s jetzt im Rahmen der Newcomer-Konzertreihe von Micha Raiser und seiner Firma »Slacker Veranstaltungen« in der Reutlinger »Färberei 4« zu hören: Das Stuttgarter Quartett »Kilaueas« trat auf.

Die vier Jungs spielen in klassischer Rock-Besetzung – zweimal Gitarre, Bass, Schlagzeug – und lassen ihr Faible für die Sixties nicht nur mit »alten« Instrumenten durchblicken: Auch optisch signalisieren die »Kilaueas«, dass sie nicht den Dancefloor-Sound der Neunziger für den letzten Schrei halten…

Aber sie spielen auch nicht einfach die alten Songs nach: Eigenständig klingen die »Kilaueas«-Titel, und in ihrer Härte durchaus zeitgemäss. Der Bass knallt durch die Boxen, der Rhythmus ist schnell, ohne Firlefanz und trocken. Darüber gibt’s – mit den Effekten von anno dazumals verzierte – Gitarrenakkorde, die ebenfalls viel wüster klingen, als die meisten Vorbilder aus den 60ern.

In der »Färberei 4« hörten vor der »Alternative Disco« ab 23 Uhr erstaunlich viele zu. Gut 200 werden’s gewesen sein, die den Stuttgartern auch kräftigen Applaus für ihr Konzert spendeten. (mpg)