Laurel Aitken: Flotte Liedchen, markige Sprüche

Am Anfang sah wieder alles nach einem Flop aus. Nicht nur, dass das »Ska Splash 98« mit satt einstündiger Verspätung begann — am Anfang mit der (guten) Tübinger »Court Jester’s Crew« waren auch kaum 200 Leute da.Aber das zum großen Teil sehr junge Publikum zeigte sich vom Start weg unbedingt trink-, tanz- und amüsierwillig.

Selbst die vergleichsweise komplizierten Offbeat-Strukturen des »New York Ska Jazz Ensembles«, das erst vor kurzem auch im »Sudhaus« ankam, sorgten mächtig für Stimmung.

Und die sieben »Scofflaws« — ebenfalls aus dem »Big Apple« — heizten mit exakt-knackigem Gebläse und einer mindestens ebenso schweisstreibenden wie mitreißenden Bühnenshow die Atmosphäre in der Mensa Wilhelmstrasse noch mehr auf.

So fiel’s gar nicht groß auf, dass der universitäre Freßtempel bis spät in die Nacht höchstens zu einem Drittel voll war. Erst kurz bevor der 71jährige Laurel Aitken auf die Bühne kam, enterten die »Massen« die Mensa: Rund 500 hörten dem in die Jahre gekommenen Sänger und Ska-Produzenten zu. Der war trotz seines reifen Alters noch erstaunlich gut bei Stimme und unterhielt mit flotten Liedchen und markigen Sprüchen die Fans bis um halb zwei Uhr morgens. (-mpg)