Schwarze Grütze: Musik-Clowns

Also, scharfes Kabarett war das nicht: Die beiden Musik-Komiker der Berliner »Schwarzen Grütze« alberten sich vielmehr gekonnt dilettierend durch ein Programm voller handzahmer Scherzchen und ganz arg netten Bösartigkeiten.

Die Bühnenshow und der Habitus von Dirk Pusche und Stefan Klucke erinnern ein wenig an den des Grossenknetener »Trios«, das in den 80er mit seinem minimalistisch-abgestürzten Songkonzept große Erfolge feierte. Wie bei Stefan Remmler und Co. gehören musikalische »Unfälle« und das unverfroren-charmante Zurschaustellen eigener künstlerischer Grenzen (beispielsweise bei einem völlig vergurkten Klassik-Rezitativ) auch bei der »schwarzen Grütze« zwingend zum Programm.

Die Songs und mehr noch die Moderationen der beiden Musiker an Keyboards, Gitarren, Bässen, Akkordeon, Melodica, Drums und anderen Tonerzeugern wirkten allerdings oft zusammengeschustert und etwas langatmig bemüht.

Trotzdem gab’s für die Gäste im vollbesetzten Rappenkeller Highlights: Etwa eine verquere Weihnachts-Nummer, in der ein dezent gestörter Jugendlicher jedes Jahr einen Weihnachtsmann erschiesst. Oder die hinreißenden Wortspiele um das, was Ruth in Beirut mit Knut so tut . . .

Schön schräg gedichtet im zweiten Teil auch die seltsame Moritat vom Fensterputzer, der Samstagmittags vor dem verschlossenen Fenster hängt. Am Ende schafft er’s, splitterfasernackt, bis runter in den zwölften Stock. Dort öffnet ihm dann seine Frau — das Fenster geht nach aussen auf.

Weh tun können solche und noch harmlosere, auch weniger witzige Geschichtchen natürlich niemandem, der Satire-Faktor liegt bei der »schwarzen Grütze« eher niedrig. Die Besucher dieser Kleinstkunsttage-Veranstaltung haben sich dennoch prächtig
amüsiert. (-mpg)