Aziza A: Stimmungsvoller Oriental-HipHop

Jetzt war »Aziza A« im Tübinger »Sudhaus« zu Gast — und das, was die junge Türkin mit waschechter »Berliner Schnauze« so von sich gab, gefiel zumindest dem Tonspion ganz gut: In echter HipHop-Tradition erzählt die »mächtige Schwester« (so die freie Übersetzung ihres Namens) von ihrem Leben, von den Problemen als »deutscher Ausländer« — und mischt dabei — das ist das Besondere — ständig Deutsch, Türkisch und Arabisches miteinander.

Dieser Mix aus puren, eher der minimalistischen »Old School«-Tradition verpflichteten Breakbeats und östlichen Melodie- und Harmoniefragmenten war sehr gut gemacht — daran war auch Azizas DJ schuld.

Mal klang’s nach einer zeitgemäßen Ausgabe dessen, was die »Dissidenten« vor fünfzehn Jahren gemacht haben, dann wieder poppig genug, um vielleicht auch Fans der »Schwester S.« Alternativen aufzuzeigen.

Aber: Die vergleichsweise wenigen Konzertbesucher (kaum 70 waren gekommen) liessen sich trotz ständiger Aufforderungen zum Tanz nicht aus der Reserve locken und blieben bis zum Ende des Auftritts von »Aziza A« kühl. Schade: Club-HipHop-Events leben schliesslich ein gutes Stück von der Publikumsbeteiligung.   (-mpg)