Pepper & Salt: Fein gesungen

Ein feines a-cappella-Programm brachten die sechs Sänger von »Pepper & Salt« im kürzlich neueröffneten »Hyde-Park« in Engstingen-Haid. Daß nur knapp 30 zuhörten, lag sicher auch daran, dass der neue Veranstaltungsort — die Betreiber wollen den Konzertbetrieb zukünftig noch forcieren — für Ortsunkundige nur schwierig zu finden ist. Also: Der »Hyde Park« — das ehemalige Soldatenheim — liegt im neuen Gewerbegebiet Haid — aus Richtung Reutlingen 500 Meter nach dem Ortsschild von der Hauptstrasse links ab.

Zur Musik: Corinna Hiescher, Konstanze Rommel, Susanne Schmied, Klaus Rother, Frank Schlichter und Volker Spiegel brachten — meistens sehr einfühlsam und gekonnt — eine bunte Auswahl: Ein Queen’sches »Somebody To Love« zu Beginn, den Song »Aquarius« aus dem Musical »Hair« (hervorragend hier Susanne Schmids Lead-Stimme), gleich danach »Drive My Car« von den Beatles.

Randy Newmans »Shor People«, eine bösartige Satire auf Kleinwüchsige, hört man selten a-cappella — und selten so gut. Abba, der witzige Funny-van-Dannen-Song »Nana« oder (sehr komisch in der Rollenverteilung angelegt) die Schlager-Veralberung »Du lässt Dich gehn« komplettieren das »Pepper & Salt«-Angebot.

Das unterhält nicht nur wegen der gefälligen Vielfalt. Alle Mitglieder der Formation artikulieren sehr deutlich, intonieren (bis auf wenige kleine Ausrutscher) überdurchschnittlich präzise — und liessen zumindest im »Hyde Park« wegen ihres kollektiv offensichtlich hervorragend funktionierenden Rhythmusgefühls manch spannenden Groove entstehen. Dem Rezensent gefiel das am besten in der Abteilung »Südamerika« mit einem Astor-Piazzolla-Titel sowie dem Brasil-Standard »Aquar de beber« von Antonio »Brasileiro« Jobim.

Nicht so gut gefiel die Mikrophonverstärkung der Stimmen — die zumindest in einem so kleinen Raum völlig überflüssig schien. Ansonsten: Kompliment.   (-mpg)