Hypnotix: Psychedelic-Reggae

Eins ist sicher — übertriebenes Festhalten an überlieferten Roots-Reggae-Elementen kann man den »Hypnotix« nicht vorwerfen.

Am Freitag gastierte die europäisch-afrikanische Musikerallianz — Dub-Poet »Bourama« zieht mit tschechischen Musikerkollegen durch die Lande — im Tübinger »Epple«; der Sound der in Osteuropa sehr angesagten Band ist tatsächlich etwas Besonderes im »Irie, Irie«-Einerlei.

Zum typischen, verschobenen Beat (den die »Hypnotix« sehr exakt, aber nicht gelangweilt spielen) der jamaikanischen Musik kommen jede Menge‘ kompetent reproduzierte Zitate aus dem Heavy- und Crossoverlager.

Und sogar Psychedelica aus den Sixties lassen die »Hypnotix«Mitglieder recht locker in ihr grundlegendes Dub-Geblubber mit einfließen: Zwar trifft da nicht »Pink Floyd auf Mutabaruka«, wie ein britischer Popkritiker mal formulierte — aber die Kombination aus harmonischer Hippie-Seligkeit, scharf akzentuiertem Rhytmus und politisch recht deftigen Textaussagen kommt auch ohne plakative Hilfestellung an.

Der Szene-Blätterwald weissagt den »Hypnotix« eine grosse Zukunft. Der Tonspion schließt sich an. (-mpg)