Bretzel Killing Machine: Noise mit Witz und Struktur

Bei frei improvisierter Musik — egal, ob man das jetzt »Noise«, »Free Jazz« oder sonstwie nennt — gibt’s für die Zuhörer oft das Problem, dass die musikalischen Einfälle und Ausbrüche der Produzenten kein bisschen nachvollziehbar sind.

Wie schön, daß sich jetzt mit der »Bretzel Killing Machine« ein neues Tübinger Improvisations-Trio vorstellte, das beim Premieren-Konzert am Samstag im Jazzkeller kaum akustischen Leerlauf brachte.

Thomas Schneider (Gesang, Stimm-Effekte), Keyboarder Björn Eichstädt (Keyboards und sensibelstes Plastiktröten-Spiel) sowie Gitarrist (und Cassettenhüllen-Zertrümmerer) Larry Lüer hatten vor ihrem kurzweiligen Konzert keine musikalischen Themen verabredet, sondern nur Stimmungen.

Es spricht für die Eingespieltheit und gedankliche Vertrautheit der »Wednesday Brains«-Mitglieder, dass trotz aller spontanen Einfälle eine Struktur erkennbar war; schön auch, dass die drei von der Klangstelle nicht bierernst und mit bedeutungsschwangerer Mimik musizierten, sondern mit viel Witz ans Werk gingen.

Ihren ersten Gig — bei dem ganz am Schluss auch der neue »Brains«- Drummer Cyrill von Tiesenhausen mitjammte — haben die »Bretzel Killing Machine«-Musiker mitgeschnitten; eine Cassettenproduktion soll demnächst erscheinen. (mpg)