Johnny Guitar Watson tot: Musiklegende

Vor einem Monat jubelten die Reutlinger noch dem Blues- und Funkgitarristen Johnny »Guitar« Watson in der »Färberei 4« zu. Das war eines der letzten Konzerte des »Gangster of Love«. Watson ist tot. Er erlitt während eines Liveauftritts in Japan einen tödlichen Herzinfarkt.

Der Texander, der sich in Reutlingen auf einer der ersten Stationen seiner Welttournee erstaunlich fit zeigte, spielte am vergangenen Freitag im japanischen Yokohama, als er zusammenbrach. Im Krankenhaus konnten die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.

Johnny »Guitar« Watson war lebende Legende des Rhythm & Blues und Funk. Jimi Hendrix und Eric Clapton nannten ihn ein Vorbild. Johnny lernte von seinem Vater Klavierspielen, und mit elf bekam er die Gitarre seines Grossvaters. Das Instrument, auf dem er mit seinen kurzen, enorm verzerrten Läufen stilprägend war, brachte er sich selbst bei.

Mit 15 Jahren kam Watson nach Los Angeles, wo er in zahlreichen Bands — unter anderem bei Amos Milburn, Bumps Blackwell und Big Jaz McNeely — mitspielen durfte. Bald folgte seine erste Soloplatte, und Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre gelangen Watson, der auch sang, Erfolge wie »Three Hours Past Midnight«, »Space Guitar« oder »Those Lonely Lonely Nights«. Tournee führten Watson durch die USA, aber auch wiederholt nach Europa.

Beim breiten Pop-Publikum berühmt wurde er in den 70ern; damals landete der Gitarrist einige größere Funk-Hits wie »A Real Mother for Ya«, »Ain’t That A Bitch«, oder »It’s Too Late«. Danach wurde es stiller um Watson; er gab schwere Kokainprobleme zu.

Mit seinem aktuellen Comebackalbum »Bow Bow« und der dampfenden Live-Show hatte sich Watson eindrücklich und nachhaltig zurückgemeldet. Neueres wird’s nicht geben. Johnny »Guitar« Watson ist 61 Jahre alt geworden. (mpg)