Maurane: Frankopop

Maurane war im »Foyer« Tübingen zu Gast — und die Sängerin, die in Frankreich schon längst ein Star ist, bekam am Ende ihres Konzerts auch von den Tübingern »standing ovations«.

Rund 250 waren zu dem von »Zoo« und »Institut Culturel Franco Allemand« gemeinsam veranstaltetem Konzert gekommen. Sie hörten, mal abgesehen von den Songtexten, die nach Meinung beschlagener Frankopop-Experten bilderreicher und weniger kitschig sein sollen als die meisten anderen, eine Stimme (fast) ohne Grenzen.

Unterstützt von zwei exzellenten Begleitern an Piano, echter Uralt-Hammondorgel, Percussion und Saiteninstrumenten, brachte die gebürtige Belgierin, die seit Beginn ihrer Karriere 1980 schon viermal im renommierten Pariser »Olympia« auftrat, 18 Titel — und streifte dabei fast alle Stilistiken populärer Musik kompetent.

Den klassischen Chansongesang zelebriert Maurane, die die Textaussage mit präziser Mimik und Gestik unterstützt, ebenso, wie sie als laute Rock-Röhre überzeugt. Der Jazz-Scatgesang geht ihr genauso flüssig (und verhlüffend variabel) über die Lippen, wie sie das Blues-Schema mit viel Ausdruck zu füllen weiss, dabei teilweise schon die stimmliche Tiefe eines geschulten Gospel-Organs erreicht.

Sogar innerhalb brasilianischer Rhythmusgeflechte singt Maurane mit perfektem Feeling, ohne dass irgendetwas unecht klingen würde. Das erste Tübinger Konzert von Maurane überzeugte also rundum — und wenn sie wiederkommen sollte, wird das »Foyer« sicher zu klein sein. (mpg)