Five Blind Boys of Alabama: Gospel-Begeisterung

Schon vor einem Jahr gab’s für die »Five Blind Boys of Alabama« in der Reutlinger »Färberei 4« stehende Ovationen; beim neuerlichen Gastspiel dieser Gospel-Gesangsformation aus den USA am Sonntagabend lief dasselbe Spiel: Nach dem fünften Traditional sprangen die Besucher in der fast ganz vollen Halle von den Stühlen und klatschten begeistert mit.

Musikalisch hat sich im Vergleich zum 93er-Gastspiel nichts verändert. Die »Five Blind Boys» – von den Originalmitgliedern scheint nur noch der über 80 Jahre alte Clarence Fountain dabeizusein — gingen in ihrem Repertoire auf »Nummer sicher«, sangen zur Begleitung mit Bass, Gitarren und Schlagzeug nur Altbekanntes — aber das nach wie vor gut und seelenvoll.

Besonders viel Beifall gab’s, als Fountain in dem Song »If I had a hammer« einen Ton fast eine Minute lang stehenliess: Auch ein Beweis, dafür, welche Energie dieser Methusalem des Gospel-Gesangs noch besitzt. Eins ist sicher: Die »Färberei«-Betreiber wären angesichts der Fan-Begeisterung schön blöd, diese lebendigen »Black Music«-Legenden nächstes Jahr nicht wieder einzuladen. (mpg)