Gang Starr: Heiße HipHop-Luft

Abgehakt: Das Konzert der New Yorker HipHopper »Gang Starr« im Stuttgarter »Longhorn« brachte nichts mehr an die Fan-Ohren als knallharte, simple Schlagzeugrhythmen vom Plattenteller, ein wenig Gescratche — und wüstes Geschrei.

Discjockey (DJ), Premier und Guru, die Köpfe von »Gang Starr«, erreichten zu keinem Zeitpunkt vor ungefähr 400 blutjungen Zuhörern die musikalische, zwischen Rap und jazziger Eleganz angesiedelte Qualität ihrer Plattenproduktionen.

Sie machten offenbar auch keinen Unterschied zwischen ihrem heimischen und dem Stuttgarter Publikum — in jedem Satz kamen mindestens drei schlimme US-Schimpfwörter vor. Die Kids hätten auch eine Telefonnummer lautstark nachgebetet.

»Jeru the Damaja«, eine der Vorgruppen, war da noch einfacher und langweiliger. Über gut 20 Minuten tat der Chef nichts anderes, als »Say Dirty« ins Mikrofon zu brüllen und auf das lauwarme Publikumsecho zu warten. Ansonsten startete das Trio viel »Raggamuffin«-Versuche, die allerdings selten gelangen. Was Positives lässt sich dennoch auch an diesem insgesamt nur enttäuschenden HipHop-Abend finden: »MC Mell ‚o«, als Anheizer engagiert, erwies sich als eleganter Schnellsprecher und brachte außerdem noch einen DJ mit, der an seinen Plattentellern wahre Artistik mit schwarzen Scheiben betrieb. (mpg)