The Blech: Musikspektakel

Ob die »zelle«-Macher wohl so genau wußten, wen sie sich da eingeladen hatten? Zu »The Blech« kamen, an derzeit üblichem Zuschauerschnitt gemessen, jedenfalls überraschend viele Leute. Der größte Teil der Besucher wußte wohl mit dem Stilgemisch, das hauptsächlich als Elementen des Jazz bestand, wenig anzufangen.

Das zeichnet »Avantgarde«-Gruppen (und »The Blech« ist zweifelsohne eine) nun mal aus. Hubl Greiner, der Schlagzeuger und Arrangeur der Band, gibt den anderen Musikern ein atemberaubend virtuoses und vor wilden Polyrhythmen nur so strotzendes Fundament, das schnell eine fast hypnotische Wirkung ausübt, hat man sich erst einmal darauf eingelassen.

Therofal benutzt den Synthesizer nicht zur Imitation herkömmlicher Instrumente und Sounds (das wäre wohl auch unter der Würde der Musiker), sondern kreiert mit Sampler und Sequenzer neuartige Klänge, die sich zusammen mit dem — stellenweise an Laurie Anderson erinnernden Violinspiel — von »Bagdad« und der ekstatischen (Don Cherry läßt grüßen!) Trompete und dem Nonsens-Scat-Dada-Gesang von Rupert Volz zu einer aufregenden, ungemein phantasievollen Mixtur verbindet.

Verschiedene Schüsseln dienen der Gruppe als neuartige Perkussionsinstrumente, der Elektrobaß wird auf den Knien und wie ein Keyboard gespielt. Klasse. (mpg)