Willy Astor: Umwerfend komisch

Zur vorletzten Veranstaltung in diesem Jahr bot »Rappen«-Kleinkunstveranstalter Volker »Poldi« Sachs seinen treuen Besuchern etwas leichtere Kost: Willy Astor kam aus München mit zwei halbakustischen Gitarren angereist und ließ 90 Minuten lang ein Feuerwerk aus Nonsens und bayerischem Hintersinn auf die Leute los.

Egal, ob er im zweiteiligen »Oh Stefanie« (gemeint war jene aus Monaco) die Eheprobleme zwischen »einfachem Bub« und Adel vorführte oder dem Publikum einen Jodel-Schnellkurs verabreichte — die Zwerchfellmuskulatur wurde am Samstagabend schon arg strapaziert.

In der kleinen »Shitparade« traten unter anderem »Udo Schinkenwurm, Vino Pantschelo und Howard Karpfenmehl« auf. Auch Bbodenständiges kam bei Willy Astor unter die Räder: »Die Hellwig Marie und ihre Volksmusik-Terroristen« etwa. Und auch aktueller Themen nahm sich Astor kalauernd an: »Die Bayerische Bundesregierung sagt: Bereits der Austausch von Adressen ist ein Risiko« oder auch »Vatikan, Mutti darf nicht.“

Autor: Martin Gerner

Erstabdruck/Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 09. Dezember 1987